Curahuasinos

Nach der ersten Woche Sprachschule machten wir uns gestern auf den Weg von Cusco nach Curahuasi um den Visaantrag in die Wege zu leiten und uns mögliche Wohnungen anzusehen. Wir waren dankbar, dass alle soweit gesund waren, dass wir uns gut auf den Weg machen konnten.

Transportmittel war eine Art Sammeltaxi. Fahrer, die eine Mitfahrgelegenheit nach Curahuasi anbieten und Mitfahrer treffen sich auf dem kleinen Parkplatz „Arcopata” über dem historischen Zentrum Cuscos. Wir fanden schnell eine passende Mitfahrgelegenheit in einem Siebensitzer. Fahrer war ein freundlicher junger Curahuasino, der uns, eine junge Frau und einen älteren Curahuasino sicher durch den Sonnenuntergang über die Panamericana in seine Heimatstadt bis ans Hospital Diospi Suyana brachte.

Ein paar Floskeln Runasimi, wie die Quechua ihre Sprache nennen, die ich in einem Kurs der Volkshochschule Stuttgart lernen konnte, wechselte ich mit dem älteren Mitfahrer, nachdem ich ihm geholfen hatte, sein Gepäck auf dem Dach des Autos zu befestigen. Als ich mich bei der Ankunft in Curahuasi mit „Tupananchiskama” verabschiedete, schien er recht amüsiert und erzählte einem weiteren Curahuasino an der Haltestelle von unserer Begegnung.

Bekanntschaft mit einem weiteren „Curahuasino” machte heute Nachmittag Naemi, die bisher als einzige vor derartigen Begegnungen verschont geblieben war. Mit „Curahuasino” werden hier nämlich auch die Magen-Darm-Verstimmungen bezeichnet, die Neuankömmlinge oft plagen, deren Immunsystem sich noch nicht auf die Keimflora des hiesigen Essens eingestellt hat.

Dennoch war es alles in allem ein guter erster Tag als Familie in Curahuasi. Wir durften eine schöne Wohnung besichtigen, die aktuell frei ist und lernten die Missionarsfamilie Steffen kennen, deren Kinder sich rasch mit unseren anfreundeten. Abends durfte ich Dr. Lukas Steffen noch bei der Untersuchung einer jungen Frau unterstützen, die wegen Bauchschmerzen mit ihrem Vater über vier Stunden zum Diospi Suyana angereist war und die Kinder schmückten den Christbaum auf der Krankenstation des Hospitals.